Praxisbuch
Warum Bildschirme wirken
Digital Signage in zwei Sekunden
Ein Passant schenkt Ihrem Bildschirm zwei Sekunden. In dieser Zeit entscheidet sich, ob Ihre Botschaft ankommt oder ob sie im Rauschen der Stadt verschwindet.
Dieses Buch handelt davon, wie man diese zwei Sekunden verdient. Es beginnt beim Ort und beim Publikum, nicht bei der Technik. Es erklärt, warum ein Schaufensterdisplay heller sein muss als ein Fernseher, wie ein Loop aufgebaut ist, den man zehnmal sehen kann, was ein Netzwerkkabel im Rohbau später erspart und woran man erkennt, dass eine Anlage gepflegt wird.
Geschrieben für Menschen, die entscheiden: Inhaberinnen, Marketingverantwortliche, Filialleiter, Gemeinden, Hotellerie und Gastronomie. Ohne Fachjargon, ohne Verkaufsversprechen, mit Checklisten, Richtwerten und den zwölf Fehlern, die uns in der Montagepraxis am häufigsten begegnen.
Warum Bildschirme wirken oder wirkungslos bleiben – und wie Sie eine Anlage planen, bauen und betreiben, die nach drei Jahren immer noch etwas zu sagen hat.
Vorwort
Warum dieses Buch
Der erste Bildschirm, den wir aufgestellt haben, hing 2016 in einem Fitnessstudio. Er lief in einem Gehäuse, das wir selbst entworfen hatten, und zeigte Inhalte aus einer Software, die wir selbst geschrieben hatten. Nicht aus Stolz, sondern aus Mangel: Was es damals zu kaufen gab, sah aus wie Technik aus dem Katalog und konnte weniger, als wir brauchten. Unsere Ansprüche an Gestaltung und Funktion lagen über dem, was der Markt als Standard verkaufte. Daran hat sich bis heute nichts geändert.
Aus dieser ersten Fläche wurde eine Stele, die wir Jahr für Jahr weiterentwickelt haben: stabiler, heller, einfacher im Unterhalt. Irgendwann kamen Schweizer Golfplätze auf uns zu. Sie brauchten Flächen, die im Clubhaus funktionieren und draussen am Abschlag ebenso – Sonne, Regen, Frost, Rasenmäher, alles inklusive. Wir haben Innen- und Aussenbildschirme montiert, an Orten, an denen man sonst eher an Grün denkt als an Technik. Zehn Jahre später stehen diese Geräte immer noch dort und laufen.
Das ist die eigentliche Lektion aus dieser Zeit, und sie steht am Anfang dieses Buchs: Eine Digital-Signage-Anlage ist kein Möbelstück, das man aufstellt. Sie ist ein Medium, das jemanden braucht, der etwas zu sagen hat, und Technik, die dem Ort gewachsen ist. Das Aufhängen ist der einfache Teil geworden. Was über Erfolg oder Misserfolg entscheidet, liegt davor und danach: Was wollen Sie erreichen, wer geht dort vorbei, wer pflegt die Inhalte, und merkt jemand, wenn der Bildschirm schwarz bleibt.
Seither haben wir Hunderte Flächen geplant, montiert und betreut. Schaufenster in der Altstadt, Stelen vor Autohäusern, Menüboards über Theken, Wegleitsysteme in Gemeindehäusern, Sitzungszimmer, Hotelzimmer, Produktionshallen und ein Werbenetz, das heute über fünftausend Flächen umfasst. Ich habe in dieser Zeit mehr aus den Anlagen gelernt, die nicht funktionierten, als aus denen, die von Anfang an liefen.
Gelernt habe ich auch, dass die Haltung dahinter zählt. Wir bauen Anlagen, die wir selbst betreiben würden, und wir arbeiten mit Leuten, die dafür geradestehen. Wie wir miteinander umgehen, im Team und mit der Kundschaft, ist mir so wichtig wie jedes Datenblatt – es entscheidet am Ende darüber, ob nach drei Jahren noch jemand hinschaut.
Dieses Buch ist der Versuch, dieses Wissen weiterzugeben, bevor Sie es selbst teuer bezahlen. Es ist keine Produktbroschüre. Sie finden hier keine Modellnamen und keine Preise, dafür Faustregeln, Richtwerte, Checklisten und ziemlich viele Gründe, warum etwas schiefgeht. Wenn Sie am Schluss ein einziges Kapitel behalten, dann hoffentlich das erste: Bevor Sie an Zoll, Auflösung und Halterung denken, stellen Sie sich zwei Sekunden lang vor, wie jemand vorbeigeht.
Lesen Sie das Buch von vorne nach hinten oder springen Sie in das Kapitel, das gerade brennt. Beides funktioniert. Und wenn Sie danach Fragen haben, die hier nicht beantwortet sind: Rufen Sie an. Über Bildschirme rede ich gern.
Philip Fiumi · Geschäftsführer IMAGEMEDIA GmbH, Solothurn
Inhalt
Die Kapitel
- 01GrundlagenZwei SekundenEin Bildschirm bekommt zwei bis drei Sekunden, mehr nicht. Dieses Kapitel zeigt, wie Menschen wirklich hinschauen, was in dieser Zeit ankommt und wie dieses Buch aufgebaut ist.Kapitel lesen
- 02GrundlagenWas Digital Signage wirklich istBildschirm ist nicht gleich Bildschirm. Dieses Kapitel ordnet die Familien von der Schaufensterfläche bis zur LED-Wand, nennt die sechs Bausteine jeder Anlage und zeigt, was sich wirklich verändert hat.Kapitel lesen
- 03Standort und MontageDer Ort entscheidetDer Platz an der Wand bestimmt mehr über den Erfolg als jedes Datenblatt. Wie Sie Blickachsen, Höhe, Abstand und Licht lesen, bevor Sie ein Gerät aussuchen.Kapitel lesen
- 04Hardware und AuswahlDie richtige TechnikProfidisplay oder Fernseher, Candela, Pixelpitch, Player und Halterung: Was die Geräte unterscheidet und welche Angaben im Datenblatt wirklich zählen.Kapitel lesen
- 05Software und AlltagSoftware und BetriebDie Software entscheidet, ob eine Anlage nach einem Jahr noch stimmt. Was ein System können muss, wie Zeitpläne und Datenquellen arbeiten und wer im Betrieb wofür zuständig ist.Kapitel lesen
- 06Werkstattbericht SoftwareWarum wir ein eigenes CMS gebaut habenEin ehrlicher Bericht darüber, warum wir unsere eigene Signage-Software gebaut haben, was uns das gekostet hat und wann ein fertiges System die klügere Wahl ist.Kapitel lesen
- 07Gestaltung und WirkungInhalte, die wirkenEin Passant schenkt Ihrem Bildschirm zwei Sekunden. Wie eine Folie in dieser Zeit ankommt – von der Schriftgrösse über den Loop bis zu dem, was nie auf einen Screen gehört.Kapitel lesen
- 08Die unsichtbare HälfteNetz, Strom, SicherheitNetzwerk, Strom, Zugriff und Recht entscheiden, ob eine Anlage jahrelang läuft oder monatlich Ärger macht. Was Sie im Rohbau regeln, müssen Sie später nicht stemmen.Kapitel lesen
- 09Zahlen statt BauchgefühlWirkung messenWas sich an einem Bildschirm ehrlich messen lässt, was nur geschätzt wird und wie Sie aus Ausspielprotokollen, Kassenzahlen und QR-Codes Entscheide ableiten.Kapitel lesen
- 10Fremde FlächenWerbenetz und DOOHWie digitale Aussenwerbung in der Schweiz funktioniert, was Kontakt, Loop und Share of Voice wirklich bedeuten. Und wann sich eine eigene Fläche zur Werbefläche machen lässt.Kapitel lesen
- 11Branche GastronomieGastronomie: Menüboards und TageskarteDie Karte über der Theke ist der meistgelesene Bildschirm im Lokal. Wie Sie sie lesbar, aktuell und regelkonform halten – von der Schrifthöhe bis zur Kassenanbindung.Kapitel lesen
- 12Gastgewerbe und WartenHotel, Empfang und WartebereichDer erste Bildschirm im Haus sagt mehr über den Betrieb als jede Broschüre. Was in Lobby, Seminartrakt, Hotelzimmer und Wartebereich wirklich gebraucht wird – und wer es pflegt.Kapitel lesen
- 13Arbeiten am BildschirmSitzungszimmer und Pro AVIm Sitzungszimmer zählt nicht die Fläche, sondern die erste Minute. Wie Bildgrösse, Ton, Kamera und Bedienung zusammenspielen, damit eine Sitzung pünktlich beginnt.Kapitel lesen
- 14Orientierung im HausWegleitung und OrientierungWer sich nicht zurechtfindet, kommt zu spät und schlecht gelaunt an. Wie digitale Wegleitung aufgebaut wird, wo sie dem Schild überlegen ist und wo das Schild gewinnt.Kapitel lesen
- 15Kommunikation nach innenIndustrie und InnenkommunikationAushänge liest niemand mehr. Wie Bildschirme im Pausenraum und in der Halle Schichtpläne, Kennzahlen und Sicherheitsthemen dorthin bringen, wo tatsächlich gearbeitet wird.Kapitel lesen
- 16Von der Idee anDas ProjektWie aus einer Idee eine laufende Anlage wird: sechs Phasen von der Klärung bis zum Betrieb, mit Rollen, Zeitachse und den Stolpersteinen, die Projekte wirklich aufhalten.Kapitel lesen
- 17Aus der WerkstattDie zwölf häufigsten FehlerZwölf Fehler, die uns immer wieder begegnen – vom Fernseher im Schaufenster bis zur Bewilligung, an die niemand dachte. Zu jedem das Symptom, die Ursache und die Abhilfe.Kapitel lesen
- 18Blick nach vornWas kommtStrom, Lebensdauer, künstliche Intelligenz, neue Flächen und Barrierefreiheit – nüchtern sortiert. Und am Schluss das, was sich seit Jahren nicht ändert.Kapitel lesen
Reden wir über Ihre Bildschirme.
Das Buch beantwortet viele Fragen. Ihren Ort schauen wir uns am besten gemeinsam an.
