Planung
Smarte Beleuchtung planen: Szenen, Dimmen, Farbtemperatur
Licht ist die meistgenutzte Funktion im Smart Home – und die am häufigsten falsch geplante. Wie Lichtszenen, Tunable White, DALI und Präsenzmelder zusammenspielen und welche Fehler Sie vermeiden.

Licht ist die Funktion, die im Smart Home am häufigsten benutzt wird – und am häufigsten falsch geplant. In Beratungen sehen wir Häuser mit zwanzig Dimmkreisen und keiner Szene, die jemand braucht. Der Unterschied zwischen einem guten und einem lästigen Lichtsystem entsteht auf dem Papier, lange vor der ersten Leuchte.
Was gehört in eine Lichtplanung?
Am Anfang steht nicht die Leuchte, sondern die Frage, was in einem Raum passiert. Ein Wohnzimmer hat mindestens drei Situationen: Alltag, Lesen, Filmabend. Jede braucht eine andere Mischung aus Grundlicht, Arbeitslicht und Akzentlicht. Erst daraus ergibt sich, wie viele getrennt dimmbare Kreise ein Raum braucht. Als Faustregel: drei Kreise pro Wohnraum, zwei in Nebenräumen, einer im Flur. Aus den Situationen werden später die Lichtszenen: gespeicherte Kombinationen von Helligkeit und Farbtemperatur, die ein Tastendruck abruft. Gute Szenen heissen «Kochen», «Film» oder «Nacht», nicht «Szene 3» – und pro Raum genügen vier davon.
Farbtemperatur über den Tag
Tageslicht wechselt von rund 2’700 Kelvin am Morgen über 5’500 Kelvin am Mittag zurück in warme Töne am Abend. Human Centric Lighting bildet diesen Verlauf im Haus nach: am Morgen kühleres, helleres Licht, am Abend warmes, gedimmtes Licht, das den Körper auf Schlaf einstimmt. Technisch braucht es Tunable-White-Leuchten mit zwei LED-Farben, die stufenlos gemischt werden. Sinnvoll ist das dort, wo Sie lange bleiben: Küche, Wohnzimmer, Homeoffice, Kinderzimmer.
Dimmen: Phasenabschnitt, 1–10 V oder DALI
Wie gedimmt wird, entscheidet über Flackern, Brummen und die Frage, ob sich die Farbtemperatur überhaupt steuern lässt.
| Verfahren | Eignung | Grenzen |
|---|---|---|
| Phasenabschnitt (230 V) | Retrofit-LED-Lampen, Nachrüstung | Flackern bei ungeeigneten Lampen, kein Tunable White |
| 1–10 V | einfache LED-Treiber, Nebenräume | nur Helligkeit, ein Steuerkabel pro Kreis |
| DALI | Neubau, Tunable White, viele Leuchten | eigene Busleitung, Planung mit dem Elektriker nötig |
DALI ist im Neubau die sauberste Lösung: Jede Leuchte hat eine Adresse, Gruppen werden per Software gebildet, und Tunable White gehört mit dem Gerätetyp DT8 zum Standard. Wer bei Phasenabschnitt bleibt, sollte Dimmer und Leuchtmittel vor dem Kauf zusammen testen – dafür gibt es die Kompatibilitätslisten der Dimmerhersteller.
Präsenz- oder Bewegungsmelder?
Ein Bewegungsmelder erkennt grosse Bewegungen und schaltet nach einer Nachlaufzeit ab. Er gehört in Flur, Treppenhaus, Keller und Garage. Ein Präsenzmelder erkennt auch kleine Bewegungen – eine Hand an der Tastatur – und misst zusätzlich die Helligkeit. Er gehört ins Büro, ins Bad und in die Küche. Wer im Büro einen Bewegungsmelder verbaut, sitzt regelmässig im Dunkeln.
Tastenbelegung: weniger ist mehr
Ein Taster mit acht Wippen an der Wohnzimmertür wird nicht benutzt. Bewährt hat sich: Kurzer Druck schaltet die wichtigste Szene, langer Druck dimmt, ein zweiter Taster ruft die Alternativen ab. Die Belegung sollte in allen Räumen gleich sein – oben links immer «alles an», unten links immer «alles aus».
Typische Planungsfehler
- Nur ein Kreis pro Raum – damit ist keine Szene möglich.
- Tunable White gewünscht, aber Phasenabschnittsdimmer bestellt.
- Bewegungsmelder im Büro statt Präsenzmelder.
- Taster an der Wand, an der später das Sofa steht.
Fazit
Eine gute Lichtplanung beginnt mit Situationen, nicht mit Leuchten. Danach folgen Kreise, Dimmverfahren, Melder und Taster – in dieser Reihenfolge. Tunable White, DALI und Lichtszenen erklären wir am Beispiel Ihrer Räume; in der Beratung gehen wir Ihren Grundriss Raum für Raum durch.
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