Marken
LG, Samsung, Sony, Panasonic, Philips: Welche Marke wofür
Die grossen Hersteller bauen alle gute Fernseher – aber mit unterschiedlichen Stärken. Ein Überblick aus der Montagepraxis, ohne Rangliste.

Die Frage «Welche Marke ist die beste?» hat keine ehrliche Antwort. Jeder Hersteller hat Stärken, die für bestimmte Räume und Gewohnheiten zählen. Hier unsere Einordnung nach hunderten Installationen – aus der Sicht von Leuten, die die Geräte aufhängen, einrichten und nach Jahren wieder sehen.
LG: der OLED-Pionier
LG stellt seit über zehn Jahren OLED-Panels her und beliefert damit auch andere Marken. Die eigenen Geräte gelten als ausgewogen: sehr gutes Bild, vier vollwertige HDMI-2.1-Anschlüsse, ein schnelles System namens webOS und die beste Ausstattung für Konsolen. Die Mini-LED-Modelle stehen im Schatten der OLED-Reihe.
Samsung: hell, breit, eigenwillig
Samsung ist der grösste Hersteller und deckt jede Preisklasse ab. Die Mini-LED-Geräte (Neo QLED) sind die hellsten am Markt und daher erste Wahl für helle Wohnzimmer; die QD-OLED-Modelle verbinden OLED-Schwarz mit hoher Farbhelligkeit. Zu beachten: Samsung unterstützt kein Dolby Vision, sondern HDR10+. Das System Tizen ist umfangreich, mit vielen Werbeflächen.
Sony: Bild und Ton wie im Kino
Sony baut keine eigenen Panels, aber die besten Bildprozessoren. Bewegungen, Hochrechnen von HD-Material und natürliche Farben sind die Stärken. Bei den OLED-Modellen kommt der Ton direkt aus der Bildfläche, was Dialoge sehr ortbar macht. Sony setzt auf Google TV, was Nutzern von Android und Chromecast entgegenkommt. Der Preis liegt meist über dem der Konkurrenz.
Panasonic: der Filmliebhaber
Panasonic-OLED-Geräte werden mit Hollywood-Studios abgestimmt und liefern eines der genauesten Bilder ab Werk. Der Ton ist überdurchschnittlich, die Verarbeitung solide. Seit 2024 arbeitet Panasonic mit Fire TV von Amazon als Betriebssystem, was die App-Auswahl deutlich verbessert hat. Die Marke ist in der Schweiz weniger präsent, aber bei Kennern beliebt.
Philips: Ambilight
Philips ist die einzige Marke mit Ambilight, dem Lichtsaum hinter dem Gerät, der die Bildfarben an die Wand wirft. Das entspannt die Augen und macht das Bild grösser, als es ist. Die OLED-Geräte sind stark, das Betriebssystem wechselt je nach Modell zwischen Google TV und dem hauseigenen Titan OS. Für Wohnzimmer, in denen der Fernseher Teil der Einrichtung ist, oft die erste Wahl.
TCL und Hisense: viel Bild für wenig Geld
Die beiden chinesischen Hersteller haben in wenigen Jahren aufgeholt. Ihre Mini-LED-Geräte bieten hohe Helligkeit zum halben Preis der etablierten Marken; die Software ist einfacher, die Verarbeitung schlichter. Für Zweitgeräte, Ferienwohnungen und helle Räume mit knappem Budget eine ernsthafte Option.
Loewe und Bang & Olufsen: Design und Service
Loewe aus Deutschland und Bang & Olufsen aus Dänemark verkaufen Fernseher als Möbel: eigene Gehäuse, integrierte Lautsprecher, Wandhalterungen aus Metall, lange Ersatzteilversorgung. Die Panels stammen von LG. Wer die Optik will, zahlt dafür – und bekommt Geräte, die auch nach zehn Jahren noch gut aussehen.
Wie wir empfehlen
Dunkles Wohnzimmer, Filme, Konsole: LG oder Sony OLED. Helles Wohnzimmer, Sport, Tagesfernsehen: Samsung oder Sony Mini-LED. Eingerichtetes Wohnzimmer, in dem der Fernseher auffällt: Philips oder Loewe. Budget im Vordergrund: TCL oder Hisense. Und in jedem Fall: erst anschauen, dann kaufen – und die Kandidaten für Ihren Raum vorher eingrenzen.
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