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Planung

Welche Fernseher-Grösse bei welchem Sitzabstand? Die Faustformeln

Die richtige Bilddiagonale hängt vom Sitzabstand und der Auflösung ab, nicht vom Regal im Laden. Faustformeln, Tabelle und die Grenze, ab der ein Beamer sinnvoller ist.

Home TV3 Min.Aktualisiert

«Welche Grösse soll es sein?» ist die erste Frage in fast jeder Beratung – und die Antwort steht nicht im Prospekt, sondern im Wohnzimmer: Sie ergibt sich aus dem Abstand zwischen Sofa und Wand. Wer diesen Abstand misst und eine der folgenden Formeln anwendet, kauft die richtige Diagonale.

Die Faustformel nach Auflösung

Die Regel lautet: Sitzabstand = Bilddiagonale × Faktor. Der Faktor hängt davon ab, wie fein das Bild aufgelöst ist, denn aus zu grosser Nähe sehen Sie einzelne Pixel, aus zu grosser Entfernung verschenken Sie Details.

  • Full HD (1920 × 1080): Faktor 2,5 – bei 55 Zoll (139 cm) rund 3,5 Meter Abstand.
  • 4K/UHD (3840 × 2160): Faktor 1,2 bis 1,6 – bei 65 Zoll (165 cm) rund 2 bis 2,6 Meter.
  • 8K (7680 × 4320): Faktor 0,8 bis 1,0 – so nah sitzt zu Hause praktisch niemand, weshalb 8K im Wohnzimmer kaum Vorteile bringt.

Da heute fast alle Geräte ab 43 Zoll 4K auflösen, ist der Faktor 1,2 bis 1,6 die Regel, mit der wir arbeiten. Nehmen Sie den kleineren Wert für Filmabende, den grösseren, wenn der Fernseher hauptsächlich nebenbei läuft.

Sitzabstand und empfohlene Diagonale bei 4K

SitzabstandEmpfohlene Diagonale
1,5 bis 2 m48 bis 55 Zoll
2 bis 2,5 m55 bis 65 Zoll
2,5 bis 3 m65 bis 77 Zoll
3 bis 3,5 m77 bis 85 Zoll
3,5 bis 4 m85 bis 98 Zoll
über 4 m98 Zoll oder Beamer

Gemessen wird von der Bildfläche bis zu den Augen, nicht bis zur Sofakante.

Blickwinkel nach THX und SMPTE

Die Filmbranche rechnet nicht in Zoll, sondern in Grad: Wie viel des Gesichtsfelds füllt das Bild? Die SMPTE empfiehlt für Kinosäle mindestens 30 Grad horizontalen Blickwinkel, THX nennt 36 bis 40 Grad als Ziel für die beste Reihe. Umgerechnet auf ein 16:9-Bild bedeuten 30 Grad einen Abstand von etwa dem 1,6-Fachen der Diagonale, 40 Grad rund das 1,2-Fache – exakt die Spanne aus der Faustformel. Wer also mit 4K-Material «Kinogefühl» will, sitzt eher am nahen Ende der Tabelle.

Warum die meisten zu klein kaufen

Im Laden hängt ein 75-Zoll-Gerät neben einem 85-Zöller in einer zehn Meter breiten Halle; zu Hause steht es allein an einer vier Meter breiten Wand. Der Massstab verschiebt sich, und fast alle Kunden, die wir nach der Montage fragen, sagen: «Grösser wäre gegangen.» Zwei Tipps aus der Praxis: Kleben Sie die Bildfläche mit Malerband an die Wand und schauen Sie zwei Tage lang darauf. Und rechnen Sie mit der Breite: 65 Zoll sind 145 cm breit, 77 Zoll 171 cm, 85 Zoll 189 cm. Passt die Breite ans Möbel und in die Wandnische, passt die Grösse.

Ein zweiter Grund ist der Preissprung zwischen zwei Grössen. Die Entscheidung «eine Klasse kleiner, dafür das bessere Panel» ist manchmal richtig – wenn der Abstand wirklich kurz ist. Bei über drei Metern Abstand gewinnt fast immer die Fläche.

Ab wann ein Beamer sinnvoller ist

Fernseher gibt es heute bis 98 und 100 Zoll, sie sind allerdings schwer, tief und nicht in jedes Treppenhaus zu bringen. Ab etwa 3,5 Metern Sitzabstand und dem Wunsch nach über 100 Zoll wird ein Beamer mit Leinwand die überlegene Lösung: 120 Zoll entsprechen 2,66 Metern Bildbreite, und das Bild verschwindet tagsüber, wenn die Leinwand eingefahren ist. Voraussetzung ist, dass der Raum abgedunkelt werden kann – für Licht durchflutete Wohnzimmer bleibt ein grosser Fernseher oder ein Laser-TV mit spezieller Leinwand die bessere Wahl.

Fazit

Messen Sie den Abstand, multiplizieren Sie mit 1,2 bis 1,6, wählen Sie die Diagonale in dieser Spanne – und im Zweifel die grössere. Wir messen den Sitzabstand bei Ihnen und kleben die Diagonale an die Wand, bevor Sie sich festlegen; wer die Wandbreite und den Abstand mitbringt, geht mit einer klaren Zahl nach Hause.

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