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Empfang

Fernsehen in der Schweiz: Kabel, Internet, Satellit oder nur noch Apps?

Antenne abgeschaltet, Kabel im Umbruch, Streaming überall: Wie man in der Schweiz heute fernsieht – und welche Variante für welchen Haushalt passt.

Home TV2 Min.Aktualisiert
Fernsehen in der Schweiz: Kabel, Internet, Satellit oder nur noch Apps?

Kaum ein Land hat den Fernsehempfang so schnell verändert wie die Schweiz. Die Antenne ist seit 2019 Geschichte, das Kabelnetz wandelt sich, und ein grosser Teil der Haushalte schaut über das Internet. Ein Überblick über die Wege, die es 2026 noch gibt.

Fernsehen über Internet: der Normalfall

Swisscom blue TV, Sunrise TV, Salt TV, Quickline und die Anbieter Zattoo und Teleboy liefern das Programm über die Internetleitung. Der grosse Vorteil ist Replay: Sendungen der letzten sieben Tage lassen sich jederzeit nachholen, dazu Aufnahmen in der Cloud und Apps für Telefon und Tablet. Wer Werbung überspringen will, zahlt bei vielen Anbietern extra oder wartet – das ist eine Schweizer Besonderheit, die aus einer Einigung mit den Sendern stammt.

Für den Empfang braucht es eine Box oder eine App auf dem Fernseher. Die Apps der Anbieter laufen auf den meisten aktuellen Geräten und auf Apple TV; eine Box ist nur nötig, wenn der Fernseher älter ist oder Funktionen wie Aufnahme auf Festplatte gewünscht sind.

Kabel: solide, aber im Wandel

Das klassische Kabelnetz liefert Fernsehen als DVB-C direkt in den Tuner des Geräts – ohne Box, ohne Internet, mit sehr kurzer Umschaltzeit. Es ist die einfachste Lösung für Zweitgeräte und ältere Bewohner. Die Netzbetreiber bauen ihr Angebot aber schrittweise auf Internetfernsehen um; wer heute neu einrichtet, sollte den Kabelanschluss als Übergang betrachten.

Satellit: für Landhaus und Ferienwohnung

Über Satellit gibt es Hunderte Programme ohne Monatsgebühr. Die Schweizer Sender sind verschlüsselt und brauchen eine Zugangskarte; Replay und Aufnahmen funktionieren nur mit einem passenden Receiver. Satellit lohnt sich dort, wo Internet und Kabel schwach sind.

Streaming: Play Suisse, Netflix und Co.

Die SRG bietet mit Play Suisse Serien, Filme und Dokumentationen kostenlos an. Dazu Netflix, Disney+, Apple TV+, Amazon Prime Video und Sportangebote wie blue Sport oder DAZN. Streaming ersetzt für viele Haushalte das lineare Programm; für Nachrichten, Sport und Sendungen live bleibt ein Fernsehanbieter sinnvoll.

HbbTV: der rote Knopf

Über HbbTV liefern die Sender Mediatheken und Zusatzinformationen direkt ins Programm. Der Fernseher braucht dafür eine Internetverbindung; die Funktion ist auf den meisten Geräten aktivierbar.

Was wir empfehlen

  • Familie mit Internetanschluss: Internetfernsehen des eigenen Providers plus Streaming-Apps direkt im Fernseher.
  • Zweitgerät in Küche oder Gästezimmer: die App des Anbieters, keine zusätzliche Box.
  • Ältere Bewohner: eine einfache Box mit klarer Fernbedienung oder Kabelanschluss, solange er besteht.
  • Ferienwohnung ohne schnelles Internet: Satellit.

Und in jedem Fall ein Netzwerkkabel zum Fernseher: 4K-Streaming über WLAN funktioniert, aber nicht immer zur besten Sendezeit. Wir richten Anbieter, Apps und Fernbedienung so ein, dass es am Ende eine Bedienung gibt, nicht drei.

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