Digitale Schulzimmer
Digitales Schulzimmer: Was es braucht und wie die Planung abläuft
Display, kabelloses Teilen, Ton, Netzwerk und Einführung: Worauf Schulen und Gemeinden bei der Planung achten sollten, damit die Technik im Unterricht wirklich genutzt wird.

Viele Schulen haben schon Technik im Schulzimmer: einen Beamer an der Decke, ein Kabel am Pult, irgendwo einen Adapter. Genutzt wird sie trotzdem oft nur halb, weil das Einschalten Minuten dauert und jede Lehrperson ein anderes Gerät mitbringt. Ein digitales Schulzimmer löst genau das: Die Technik ist bereit, wenn der Unterricht beginnt, und niemand muss sie zuerst einrichten.
Was gehört zu einem digitalen Schulzimmer?
- Ein grosses Bild, das alle sehen: meist ein interaktives Display, in grossen Räumen ein Projektor.
- Kabelloses Teilen, damit Lehrperson und Lernende ihren Bildschirm in Sekunden zeigen.
- Ton, der bis in die hinterste Reihe reicht, vor allem in grossen Räumen und bei Videos.
- Ein stabiles Netzwerk, denn ohne WLAN und Kabelanschluss läuft nichts davon zuverlässig.
- Eine einfache Bedienung, im besten Fall ein Knopf oder ein Touchpanel.
Interaktives Display statt Wandtafel und Beamer
Das interaktive Display ist heute das Herzstück. Man schreibt mit dem Stift oder dem Finger direkt auf Arbeitsblätter, Fotos oder eine leere Fläche, zeigt Videos und Webseiten und kann das Tafelbild je nach Gerät speichern und der Klasse weitergeben. Weil das Bild selbst leuchtet, bleibt es auch bei Tageslicht gut lesbar, und niemand wirft einen Schatten, wenn er davorsteht.
Wichtig ist die Grösse. Text muss auch in der hintersten Reihe lesbar sein. Interaktive Displays gibt es meist in 65, 75 und 86 Zoll; welche Grösse passt, hängt von der Raumtiefe ab. Wir messen das vor Ort und zeigen die Wirkung im Raum. Ob ein Display oder ein Beamer besser passt, vergleichen wir im Beitrag Interaktives Display oder Beamer im Schulzimmer?
Kabellos teilen, ohne Adapter
Im Schulalltag treffen viele Geräte aufeinander: das Notebook der Lehrperson, die Tablets der Lernenden, das Gerät einer Gastreferentin. Mit einer kabellosen Präsentationslösung wie Barco ClickShare verbindet sich jedes Gerät in Sekunden mit dem Display, ohne Adapter und ohne Kabelsalat am Pult. So zeigen auch Lernende ihre Arbeit der Klasse, ohne nach vorne zu kommen.
Ton: oft vergessen, oft entscheidend
In einem normalen Schulzimmer reichen die Lautsprecher eines Displays für Videos meist aus. In Aulen, Mehrzweckräumen und grossen Schulungsräumen braucht es mehr: Mikrofone für die Lehrperson und für Wortmeldungen, Lautsprecher, die den Raum gleichmässig abdecken, und eine Steuerung, die Lautstärke und Quellen einfach macht. Für solche Räume kombinieren wir zum Beispiel Mikrofone von Shure mit Beschallung und einem Touchpanel.
Netzwerk und Informatik früh einbeziehen
Ein digitales Schulzimmer ist nur so gut wie das Netz dahinter. Displays, Präsentationssysteme und Infoscreens brauchen einen sauberen Netzwerkanschluss, Updates und klare Zuständigkeiten. Darum beziehen wir die Informatik der Schule oder den IT-Partner der Gemeinde von Anfang an ein: Netzwerk, Konten, Datenschutz und die Vorgaben einer Ausschreibung klären wir, bevor bestellt wird.
So läuft ein Projekt ab
- Begehung: Wir schauen die Räume an, Grösse, Licht, Wände, Strom und Netzwerk, und hören zu, wie unterrichtet wird.
- Konzept: ein Vorschlag pro Raumtyp, damit alle Schulzimmer gleich funktionieren und sich Lehrpersonen überall zurechtfinden.
- Offerte: mit allen einmaligen und laufenden Kosten, damit Schulleitung und Gemeinde vergleichen können.
- Installation: auf Wunsch in den Schulferien oder abschnittweise im laufenden Betrieb.
- Einführung: eine kurze Schulung fürs Kollegium, danach Betreuung per Fernwartung oder vor Ort.
Einheitlich statt Einzelstücke
Der häufigste Fehler ist ein Flickenteppich: In jedem Zimmer steht ein anderes Gerät, und jede Lehrperson kennt nur ihr eigenes. Besser ist ein Standard pro Raumtyp, zum Beispiel Schulzimmer, Werkraum und Aula. Dann funktioniert die Bedienung überall gleich, Ersatz ist schnell beschafft, und die Einführung gilt für alle Räume.
Wie lange dauert die Umstellung eines Schulhauses?
Das hängt von der Zahl der Räume und vom Zustand von Strom und Netzwerk ab. Ein einzelnes Schulzimmer ist meist an einem Tag eingerichtet. Ein ganzes Schulhaus planen wir so, dass der Unterricht weiterläuft, zum Beispiel in den Ferien oder Stockwerk für Stockwerk.
Was passiert mit den bestehenden Beamern?
Ein Beamer, der noch gut läuft, muss nicht sofort weg. Mit kabellosem Teilen wird er im Alltag deutlich einfacher. Beim nächsten Ersatz entscheidet man pro Raum neu, ob ein Display besser passt.
Brauchen wir neue Software?
Meist nicht. Interaktive Displays zeigen, was auf dem Gerät der Lehrperson läuft, und bringen eine Tafel- und Zeichenfunktion mit. Welche Programme die Schule im Unterricht nutzt, bleibt ihre Entscheidung. Wir richten die Geräte so ein, dass sie dazu passen.
Wie werden die Lehrpersonen eingeführt?
Mit einer kurzen Einführung direkt im Schulzimmer, am besten vor Schulbeginn. Weil alle Räume gleich eingerichtet sind, genügen wenige Handgriffe: einschalten, teilen, schreiben, speichern. Fragen danach klären wir per Fernwartung oder vor Ort.
Was ist mit dem Datenschutz?
Auf einem Display im Schulzimmer bleibt nichts gespeichert, wenn man es nicht will: Tafelbilder lassen sich nach der Lektion löschen, und Geräte, die mit dem Internet verbunden sind, richten wir mit der Informatik der Schule ein. Bei Kameras und Mikrofonen für hybriden Unterricht klären wir vorher, wann sie laufen und wer sie einschaltet.
Infoscreens ergänzen das Schulzimmer
Ausserhalb des Unterrichts helfen Bildschirme im Eingang und in den Gängen: Sie zeigen Stundenausfälle, Raumänderungen, Anlässe und im Notfall eine Warnung auf allen Bildschirmen gleichzeitig. Wie das in Schulen funktioniert, zeigen wir im Beitrag Infoscreens in Schulen.
Mehr dazu: Digitale Schulzimmer und Sitzungszimmer und Schulungsräume.

Persönlich
Philip Fiumi
Geschäftsführer
Fragen zum Thema Digitale Schulzimmer?
Schreib oder ruf an. Wir beraten dich unverbindlich und melden uns innerhalb eines Arbeitstages.
Passende Leistung
Weitere Leistungen.
Weitere Beiträge
News

Infoscreens in Schulen: Raumänderungen, Stundenausfälle und Notfälle auf einen Blick
Was Bildschirme im Schulhaus zeigen sollten, wo sie hängen, wer sie pflegt und wie sie im Notfall alle gleichzeitig warnen. Mit Beispielen aus Bern und Solothurn.

Interaktives Display oder Beamer im Schulzimmer? Ein ehrlicher Vergleich
Helligkeit, Bildgrösse, Schreiben, Schatten und Unterhalt: Wann das interaktive Display die bessere Wahl ist und wann der Projektor.

Welche Bildschirmgrösse für Digital Signage? Abstand, Höhe und Format
Die Grösse des Bildschirms ergibt sich aus Abstand, Inhalt, Montagehöhe und Format. Faustregeln aus der Montagepraxis, mit Tabelle.