Praxis
Digital Signage im Schaufenster: Wie hell muss das Display sein?
Sonne, Spiegelungen und Hitze hinter Glas entscheiden, ob ein Schaufensterdisplay wirkt. Was Nits bedeuten, welche Werte reichen und worauf es bei Folie, Strom und Betriebszeiten ankommt.

Ein Bildschirm im Schaufenster konkurriert nicht mit anderen Bildschirmen, sondern mit der Sonne. Was im Laden brillant aussieht, ist draussen um elf Uhr vormittags oft eine dunkle Scheibe. In Beratungen fragen uns Kunden zuerst nach der Grösse – die wichtigere Zahl ist die Helligkeit.
Wie hell muss ein Schaufensterdisplay sein?
Helligkeit wird in Candela pro Quadratmeter angegeben, im Handel meist als Nits. Ein Wohnzimmerfernseher liefert 250 bis 400 cd/m², ein Signage-Display für Innenräume 500 bis 700. Hinter Glas mit seitlichem Tageslicht brauchen Sie mindestens 1’500 cd/m², bei direkter Sonne auf der Scheibe 2’500 bis 4’000. Wer es genau wissen will, misst die Beleuchtungsstärke am Standort mit einem Luxmeter: Ein bedeckter Tag bringt rund 10’000 Lux auf die Scheibe, volle Sommersonne über 50’000. Beim ersten Wert reicht ein Gerät mit 2’500 cd/m² gut, beim zweiten kommt nur ein Hochhelligkeitsdisplay oder eine LED-Fläche in Frage.
Spiegelungen: das unterschätzte Problem
Auch ein helles Display verliert gegen die Spiegelung der Strasse, wenn das Auge auf die Scheibe statt auf das Bild fokussiert. Drei Massnahmen helfen: ein entspiegeltes Frontglas am Gerät, eine leichte Neigung von drei bis fünf Grad nach unten und ein dunkler, ruhiger Hintergrund im Schaufenster. Helle Dekoration hinter dem Bildschirm macht ihn optisch flacher, nicht heller.
Hitze hinter Glas
| Situation | Temperatur hinter der Scheibe | Folge |
|---|---|---|
| Schatten, Luft zirkuliert | 30 bis 35 °C | unkritisch |
| Sonne, Gerät nah an der Scheibe | 45 bis 55 °C | Panel dunkelt ab, Lüfter läuft dauernd |
| Sonne, geschlossener Kasten | 60 °C und mehr | dunkle Flecken im Panel, Ausfall |
Professionelle Schaufensterdisplays sind bis 50 °C Umgebungstemperatur freigegeben und regeln bei Hitze selbst herunter. Ein Fernseher aus dem Elektromarkt ist bis etwa 35 °C spezifiziert. Halten Sie mindestens zehn Zentimeter Abstand zur Scheibe, lassen Sie oben und unten Luft und verzichten Sie auf geschlossene Verkleidungen. Die schwarzen Flecken, die wir oft nach dem ersten Sommer sehen, sind Hitzeschäden – und keine Garantie deckt sie ab.
Stromverbrauch und Betriebszeiten
Ein 55-Zoll-Hochhelligkeitsdisplay zieht bei voller Leistung 250 bis 400 Watt, ein Innenraumgerät etwa die Hälfte. Bei 14 Stunden am Tag ergibt das 1’500 bis 2’000 Kilowattstunden im Jahr. Zwei Hebel senken den Wert: ein Umgebungslichtsensor, der die Helligkeit dem Tageslicht anpasst, und eine Zeitschaltung, die das Gerät nachts abschaltet oder auf 20 Prozent dimmt. Beides verlängert zudem die Lebensdauer des Panels. Viele Gemeinden – auch Solothurn und Bern – regeln im Reklamereglement, wann Leuchtreklame ausgeschaltet sein muss; bewegte Bilder an der Strasse sind meist bewilligungspflichtig. Fragen Sie vor der Montage nach.
Schaufensterfolie oder Display?
- Rückprojektionsfolie auf der Scheibe: grosse Bildfläche, kein Gerät im Fenster, aber tagsüber selbst mit 6’000 Lumen blass. Stark nach Einbruch der Dunkelheit, etwa für Gastronomie und Kultur.
- Transparente LED-Folie: hell und flächig, Durchsicht bleibt erhalten, lohnt sich ab mehreren Quadratmetern.
- Hochhelligkeitsdisplay: schärfstes Bild bei Tag und Nacht, klar begrenzte Fläche, am einfachsten zu betreiben.
Wir sehen im Alltag: Wer tagsüber Passanten ansprechen will, kommt am Display nicht vorbei. Wer die Abendstunden bespielen will, fährt mit der Folie gut.
Fazit
Helligkeit ab 2’500 cd/m², Luft um das Gerät, Lichtsensor und Zeitschaltung – damit funktioniert ein Schaufensterdisplay über Jahre. Wir messen die Lichtverhältnisse vor Ort und ordnen ein, wie verschiedene Helligkeitsklassen bei Tageslicht wirken.
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