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Gestaltung

Digital-Signage-Inhalte gestalten: 10 Regeln für lesbare Bildschirme

Die meisten Bildschirme scheitern nicht an der Technik, sondern an der Folie darauf. Zehn Regeln zu Schriftgrösse, Kontrast, Animation, Dauer und Datenfeeds, die sich in der Praxis bewährt haben.

Digital3 Min.Aktualisiert
Digital-Signage-Inhalte gestalten: 10 Regeln für lesbare Bildschirme

Ein Bildschirm ist kein Plakat und keine Website. Er hängt weiter weg, wird im Vorbeigehen gesehen und läuft ohne Zutun weiter. Die Inhalte, die wir in Beratungen zu sehen bekommen, sind fast immer für den Monitor am Schreibtisch gestaltet – und dort sehen sie gut aus. Auf dem Gerät im Eingang bleibt davon wenig übrig. Diese zehn Regeln lösen die häufigsten Probleme.

Lesbarkeit: Schrift, Abstand, Kontrast

Regel 1 – Schriftgrösse nach Betrachtungsabstand. Als Faustregel gilt ein Zentimeter Schrifthöhe pro 1,2 Meter Abstand für bequemes Lesen. Für ein 55-Zoll-Display in Full HD ergibt das:

BetrachtungsabstandSchrifthöheentspricht etwa
2 Meter2 cm30 Pixel
5 Meter4 bis 5 cm70 Pixel
10 Meter8 bis 9 cm135 Pixel

Regel 2 – Kontrast. Heller Text auf dunklem Grund oder umgekehrt, mindestens im Verhältnis 4,5 zu 1 wie bei barrierefreien Websites. Grau auf Weiss und Gelb auf Weiss fallen bei Tageslicht komplett weg.

Regel 3 – Höchstens 20 Wörter pro Bild. Ein Titel, ein Satz, eine Handlungsaufforderung. Was mehr Text braucht, gehört auf die Website oder ins Gespräch – der QR-Code führt dorthin.

Bewegung und Dauer

Regel 4 – Animation sparsam. Bewegung zieht den Blick an, zu viel davon vertreibt ihn. Ein Element pro Bild darf sich bewegen, der Text steht still. Laufschriften sind aus zwei Metern Entfernung kaum lesbar und wirken wie ein Ticker aus den Neunzigern.

Regel 5 – Dauer pro Bild: 8 bis 12 Sekunden für Text, 5 bis 8 für reine Bilder. Kürzer können Wartende nicht lesen, länger wirkt der Bildschirm eingefroren.

Regel 6 – Loop-Länge an die Verweildauer anpassen. Im Schaufenster 30 bis 60 Sekunden, im Wartezimmer 8 bis 12 Minuten, in der Kantine die halbe Mittagspause.

Format und Bildmaterial

Regel 7 – Für das Zielformat gestalten. Hochformat ist nicht gedrehtes Querformat; Bildaufteilung, Bildausschnitt und Schriftlauf ändern sich. Wir legen jede Vorlage in beiden Formaten an.

Regel 8 – Fotos in voller Auflösung, keine Screenshots, keine Grafiken vom Handy. Ein Bild mit 1920 mal 1080 Pixeln für Full HD, 3840 mal 2160 für 4K. Unscharfe Logos sind das häufigste Detail, das wir korrigieren.

Automatik und Marke

Regel 9 – Datenfeeds statt Handarbeit. Wetter, Uhrzeit, Öffnungszeiten, Tagesmenü, Wartezeiten, Nachrichten, Social-Media-Beiträge und Kalender lassen sich als Feed einbinden und aktualisieren sich selbst. Ein Bildschirm, der ohne Pflege aktuell bleibt, überlebt den Alltag – einer, der Wochenaktionen vom letzten Monat zeigt, schadet.

Regel 10 – Corporate Design in Vorlagen giessen. Farben, Schriften, Logoplatz und Bildstil werden einmal als Vorlage angelegt; das Team füllt danach nur noch Text und Bild aus. So bleibt der Auftritt einheitlich, auch wenn drei Personen Inhalte pflegen.

Der Praxistest vor dem Ausspielen

Stellen Sie sich mit dem fertigen Bild auf dem Gerät in den Abstand, den Ihre Kundschaft tatsächlich hat, und lesen Sie laut. Was Sie nicht in drei Sekunden erfassen, fliegt raus. Zweiter Test: Bildschirm bei Tageslicht anschauen, nicht abends im Büro. Dritter Test: eine Person fragen, die den Inhalt nicht kennt, was sie gesehen hat.

Fazit

Grosse Schrift, hoher Kontrast, wenig Text, ruhige Bewegung, feste Vorlagen und möglichst viel Automatik – damit wirken Inhalte auf jedem Bildschirm. Wir bauen Vorlagen im Corporate Design unserer Kunden und binden Datenfeeds ein; den Abstandstest machen wir gleich bei Ihnen vor Ort.

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