Netzwerk
WLAN, das überall trägt: Warum ein Repeater selten hilft
Fast jedes Problem mit Streaming, Multiroom und Kameras ist am Ende ein Netzwerkproblem. Und fast nie löst es ein Repeater.

Wenn der Film ruckelt, die Musik im Bad abbricht oder die Kamera kein Bild liefert, wird meist das Gerät verdächtigt. In den allermeisten Fällen ist es das Netzwerk.
Warum Repeater das Problem verschieben
Ein Repeater empfängt das Signal und sendet es erneut – auf demselben Funkkanal. Damit halbiert sich die verfügbare Bandbreite, und das Gerät hängt sich oft am schwächeren Netz fest, statt zu wechseln. Für einen einzelnen toten Winkel mag das reichen, für ein ganzes Haus nicht.
Was stattdessen funktioniert
Mehrere Zugangspunkte, die per Kabel angebunden sind und ein gemeinsames Netz aufspannen. Das Gerät wechselt beim Gehen automatisch zum stärkeren Punkt, ohne dass die Verbindung abreisst. Bei einem Umbau ziehen wir dafür Netzwerkkabel in Decken oder Wände – ein Kabel pro Etage genügt meist.
Die Faustregeln
- Ein Zugangspunkt pro Etage, mittig platziert, nicht im Schrank.
- Kabel schlägt Funk, immer.
- Fernseher, Konsole und Multiroom-Zentrale wenn möglich fest verbinden.
- Gastnetz für Besucher und Smart-Home-Geräte trennen.
- Alte Geräte mit 2,4 GHz bremsen das Netz – ein eigenes Netz dafür hilft.
Was es kostet
Ein sauberes Heimnetz für ein Einfamilienhaus kostet je nach Verkabelung deutlich weniger als die Geräte, die daran hängen. Und es ist die Voraussetzung dafür, dass alles andere funktioniert.
Wie viele Zugangspunkte man braucht
Für eine Wohnung bis 120 Quadratmeter auf einer Ebene genügt meist ein guter Zugangspunkt in der Mitte. Ein Einfamilienhaus über drei Ebenen braucht drei, verteilt über die Etagen. Massivbau mit Betondecken verlangt eher mehr, Holzbau weniger.
Entscheidend ist die Platzierung: mittig, offen, nicht im Schrank, nicht hinter dem Fernseher, nicht neben der Mikrowelle.
Was Streaming und Video wirklich brauchen
Ein 4K-Stream verlangt etwa 25 Megabit pro Sekunde, eine Videokonferenz rund 4, eine Überwachungskamera je nach Auflösung 2 bis 8. Ein Haushalt mit drei parallelen Streams und Homeoffice ist mit 100 Megabit gut bedient. Das Problem ist selten die Leitung, fast immer die Verteilung im Haus.
Sicherheit im Heimnetz
Smart-Home-Geräte gehören in ein eigenes Netz, getrennt von Rechnern mit persönlichen Daten. Das ist mit heutigen Systemen in wenigen Minuten eingerichtet und begrenzt den Schaden, falls ein günstiges Gerät eine Schwachstelle hat. Gäste bekommen ein drittes Netz mit eigenem Passwort.
Wann Kabel ziehen sinnvoll ist
Bei jedem Umbau. Ein Netzwerkkabel ist im Rohbau fast geschenkt und ersetzt später drei Funkgeräte. Wir planen bei Sanierungen immer mindestens eine Leitung pro Etage und je eine zum Fernseher und zum Arbeitsplatz.
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