Vergleich
Siebdruck, DTF oder Stick: Textilveredelung im Vergleich
Sieben Verfahren veredeln Textilien, und jedes hat seine eigene Stärke. Welches passt zu Ihrer Menge, Ihrem Motiv und Ihrem Stoff – und was hält die Waschmaschine aus?

Ein Firmenlogo auf einem Poloshirt kann auf sieben Arten aufs Textil kommen. Die Frage ist nie, welches Verfahren das beste ist, sondern welches zur Menge, zum Motiv und zum Stoff passt. Diese drei Angaben brauchen wir, bevor wir überhaupt rechnen.
Siebdruck: die Referenz bei grösseren Mengen
Beim Siebdruck wird Farbe pro Farbton durch ein eigenes Sieb auf den Stoff gerakelt. Das Ergebnis ist deckend, waschbeständig und auch nach 50 Wäschen bei 40 Grad noch kräftig. Weil für jede Farbe ein Sieb gebaut wird, lohnt sich das Verfahren ab etwa 30 bis 50 Stück und bei Motiven mit wenigen klaren Farben. Ein Farbverlauf mit Foto ist hier der falsche Weg.
Digitaldruck aufs Textil: DTG und DTF
DTG druckt mit wasserbasierter Tinte direkt in die Baumwollfaser, ähnlich einem Tintenstrahldrucker. Feine Verläufe und Fotos sind kein Problem, und schon ein einzelnes Shirt ist möglich. Auf dunklen Textilien braucht es eine weisse Unterlage, dazu eine Vorbehandlung – der Druck wird dann etwas steifer. DTG verlangt hohen Baumwollanteil; auf Polyester funktioniert es nicht zuverlässig.
Beim Direct-to-Film wird das Motiv auf eine Folie gedruckt, mit Kleberpulver versehen und anschliessend aufgepresst. Das funktioniert auf Baumwolle, Mischgewebe, Polyester und sogar auf Softshell und Taschen. Kleinstmengen, viele Farben, feine Details – alles kein Problem. Der Aufbau liegt leicht auf dem Stoff, was bei grossflächigen Motiven weniger atmungsaktiv wirkt.
Transferdruck, Flex und Flock
Transfer- und Flexfolien werden aus einer einfarbigen Folie geschnitten und aufgepresst. Für Namen, Nummern und einfarbige Logos auf Sport- und Arbeitskleidung ist das sauber, robust und schnell. Flock hat eine samtige, leicht erhabene Oberfläche und wirkt hochwertig bei schlichten Motiven. Bei vielen Farben wird das Verfahren aufwendig, weil jede Farbe eine eigene Lage bedeutet.
Stick: die hochwertigste Anmutung
Gestickt wird mit Garn direkt ins Gewebe. Stick wirkt wertig, hält so lange wie das Textil und eignet sich für Polos, Hemden, Jacken, Caps und Arbeitskleidung. Einmalig entsteht eine Stickdatei, danach ist jede Wiederholung günstig. Grenzen setzt das Detail: Sehr feine Schriften unter etwa vier Millimetern Höhe und haarfeine Linien lassen sich nicht sauber sticken.
Sublimation: nur auf hellem Polyester
Bei der Sublimation geht die Farbe unter Hitze in die Polyesterfaser über. Das Ergebnis ist völlig grifflos, unbegrenzt haltbar und kann über Nähte hinweg die ganze Fläche einfärben – ideal für Trikots. Bedingung ist helles Polyester; auf Baumwolle funktioniert das Verfahren nicht.
Kurzübersicht
- Grosse Auflage, wenige Farben: Siebdruck.
- Foto auf Baumwolle, kleine Menge: DTG.
- Gemischte Textilien, kleine Menge, viele Farben: DTF.
- Namen und Nummern: Flex oder Transfer.
- Hemden, Polos, Jacken, Caps: Stick.
- Sporttrikots aus Polyester: Sublimation.
Was wir für die Daten brauchen
Am liebsten eine Vektordatei als PDF, SVG oder EPS mit in Pfade umgewandelten Schriften. Für DTG und DTF genügen Pixeldaten, wenn sie in Endgrösse mindestens 300 dpi haben und der Hintergrund freigestellt ist. Für Stick reicht eine saubere Vorlage – die Stickdatei erstellen wir. Farben geben Sie am besten als Pantone-Referenz an; bei Textil bleiben leichte Abweichungen normal, weil Stofffarbe und Material mitspielen.
Verfahren und Textil gehören zusammen gedacht. Bringen Sie das Wunschtextil mit oder lassen Sie uns eines vorschlagen – in Solothurn zeigen wir Muster aller Verfahren nebeneinander, dann entscheidet sich die Frage in wenigen Minuten.
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