Druck
Latex, UV oder Eco-Solvent: Welche Drucktechnik wofür
Drei Techniken teilen sich den Grossformatdruck. Der Unterschied liegt nicht im Bild, sondern in Geruch, Haltbarkeit und Material.

Wer heute grossformatig druckt, wählt zwischen drei Techniken. Auf dem fertigen Plakat sieht man den Unterschied kaum – im Alltag dafür umso deutlicher.
Latex: der Standard für den Innenraum
Latexdruck arbeitet mit wasserbasierten Tinten, die im Gerät getrocknet werden. Der Ausdruck riecht nicht, ist sofort weiterverarbeitbar und für Innenräume unbedenklich – Spitäler, Schulen und Kindertagesstätten verlangen das regelmässig. HP hat die Technik gross gemacht, inzwischen bieten mehrere Hersteller vergleichbare Geräte.
UV: hart im Nehmen, direkt auf die Platte
UV-Tinte härtet unter Licht aus und haftet dadurch auf fast allem: Acrylglas, Holz, Alu-Verbund, sogar auf Keramik. Für Direktdruck auf Platten ohne Kaschierung ist das die einzige sinnvolle Wahl. Der Aufbau ist minimal fühlbar, was bei Bildern mit viel Fläche sogar erwünscht ist.
Eco-Solvent: für draussen, wenn es lange halten muss
Solventtinte dringt in die Folie ein, statt oben aufzuliegen. Das macht Fahrzeugbeschriftungen und Aussenwerbung besonders widerstandsfähig gegen Witterung und Reinigung. Dafür braucht der Druck Zeit zum Ausgasen, bevor er laminiert oder verklebt wird.
Was wir wann empfehlen
- Roll-up, Messewand, Innenplakat: Latex.
- Direktdruck auf Platte, Schild, Möbelfront: UV.
- Fahrzeug, Fassade, Aussenbanner: Eco-Solvent mit Laminat.
- Sehr kurze Termine: Latex, weil sofort weiterverarbeitbar.
Das Material entscheidet mit
Die beste Technik hilft nicht, wenn das Material falsch ist. Für Fahrzeuge nehmen wir gegossene Folien, weil sie sich in Wölbungen legen, ohne zurückzuziehen. Für flache Flächen genügt die günstigere kalandrierte Folie. Wer hier spart, sieht es nach dem ersten Sommer.
Auflösung: weniger ist mehr
Eine häufige Frage: Mit welcher Auflösung soll die Datei geliefert werden? Die Antwort hängt vom Betrachtungsabstand ab. Ein Plakat, das aus zehn Metern gesehen wird, braucht 30 bis 50 dpi in Originalgrösse – mehr Daten bringen kein besseres Bild, nur längere Rechenzeiten. Ein Messeaufsteller, an dem man vorbeigeht, verlangt 100 bis 150 dpi. Nur was aus einem Meter gelesen wird, braucht 300 dpi.
Wichtiger als die Auflösung ist der Farbraum. Wir arbeiten mit ICC-Profilen und drucken bei kritischen Farben einen Andruck, bevor die ganze Auflage läuft. Ein Firmenrot, das auf dem Bildschirm stimmt und auf der Folie nicht, kostet mehr als der Andruck.
Weiterverarbeitung entscheidet über die Wirkung
Der Druck ist die halbe Arbeit. Laminat schützt vor Kratzern und UV-Licht, Ösen und Säume halten Banner in Form, Konturschnitt macht aus einem Rechteck eine Form. Für Bodenaufkleber braucht es rutschhemmende Laminate mit Prüfzeugnis – das verlangen Betreiber öffentlicher Gebäude regelmässig.
Nachhaltigkeit ist ein Materialthema
PVC-freie Folien und Banner sind heute in guter Qualität verfügbar und lassen sich sortenrein entsorgen. Sie kosten zehn bis zwanzig Prozent mehr und sind bei Innenanwendungen praktisch gleichwertig. Für Kunden mit Umweltzertifizierung rechnen wir beide Varianten aus.
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