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Ausblick

Die Zukunft des Smart Home: Energie, lokale Intelligenz, ein Standard

Das Smart Home der nächsten Jahre wird weniger bunt und mehr nützlich. Drei Entwicklungen, die wir für sicher halten, und eine, die wir bezweifeln.

Smart Home2 Min.Aktualisiert
Die Zukunft des Smart Home: Energie, lokale Intelligenz, ein Standard

Prognosen zum Smart Home waren lange Wunschdenken der Hersteller. Heute lassen sich drei Richtungen mit einiger Sicherheit benennen, weil sie nicht von Trends abhängen, sondern von Gesetzen, Physik und Normen.

Erstens: Das Haus wird zum Energiemanager

Photovoltaik auf dem Dach, eine Wärmepumpe im Keller, ein Elektroauto in der Garage, vielleicht ein Speicher: Damit wird jedes Haus zum kleinen Kraftwerk mit eigenen Lastspitzen. Die Aufgabe des Smart Home verschiebt sich vom Licht zur Energie. Es entscheidet, wann das Auto lädt, wann die Wärmepumpe den Boiler aufheizt und wann der Speicher den Abend überbrückt.

In der Schweiz kommt Bewegung dazu: Bis Ende 2027 müssen die meisten Haushalte mit intelligenten Stromzählern ausgerüstet sein, und mit dem neuen Stromgesetz werden lokale Elektrizitätsgemeinschaften möglich, in denen Nachbarn Solarstrom untereinander handeln. Dynamische Tarife, bei denen Strom zu bestimmten Stunden günstiger ist, sind bei ersten Werken Realität. Ein Haus, das Verbraucher automatisch in die günstigen Stunden verschiebt, spart dann jeden Tag.

Zweitens: Die Intelligenz zieht ins Haus zurück

Die ersten Sprachassistenten schickten jedes Wort in die Cloud. Diese Zeit geht zu Ende. Sprachverarbeitung, Bilderkennung und einfache Modelle laufen inzwischen auf Geräten, die in den Verteiler passen. Ein Smart Home, das lokal versteht, was gesagt wird, antwortet schneller, funktioniert bei Internetausfall und behält die Aufnahmen im Haus. Home Assistant hat den Weg vorgemacht; die grossen Plattformen folgen. Für Bauherren heisst das: Rechenleistung im Verteiler einplanen, nicht nur Relais.

Drittens: Matter wird erwachsen

Der gemeinsame Standard deckt inzwischen auch Haushaltgeräte, Wallboxen, Wärmepumpen, Solaranlagen und Batteriespeicher ab. Was heute noch über Hersteller-Apps läuft, wird in den nächsten Jahren in einer Oberfläche erscheinen. Die Bedienung wird dadurch nicht spektakulär, aber endlich einheitlich. Für eine Anlage, die heute gebaut wird, ist ein Thread-Netz und eine Matter-fähige Zentrale die beste Versicherung gegen Inseln.

Was wir bezweifeln

Das vollständig sprechende Haus. Sprache ist praktisch für den Timer und die Musik, aber niemand will morgens mit der Küche diskutieren. Taster, Präsenzmelder und gute Automatik bleiben die Hauptbedienung. Eine Technik, die man nicht bemerkt, ist der Massstab – nicht eine, die man anspricht.

Was das für Ihre Planung bedeutet

  • Leitungen für Energie mitdenken: Wallbox, Speicher, Wärmepumpe und Zähler brauchen eine Datenverbindung zum System.
  • Einen Platz für Rechenleistung im Verteiler vorsehen, mit Netzwerk und Reserve.
  • Ein Netz für Thread aufbauen, sobald erste Matter-Geräte einziehen.
  • Beim Systementscheid auf Schnittstellen achten, nicht auf die App von heute.

Das Smart Home der nächsten zehn Jahre wird leiser, sparsamer und lokaler. Wer heute baut, kann das bereits vorbereiten – die Leitung dafür kostet fast nichts, die Nachrüstung später sehr viel.

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