Nachrüsten
Smart Home ohne Umbau: Shelly, Hue, Thread und Co.
Nicht jedes Haus wird neu verkabelt. Welche Funklösungen im bestehenden Zuhause zuverlässig arbeiten, was sie kosten und woran sie scheitern.

Die meisten Häuser in der Schweiz stehen schon. Wer in einem davon wohnt, baut kein Bussystem ein, sondern rüstet nach. Dafür gibt es heute mehr gute Lösungen als je zuvor – und mehr Möglichkeiten, sich zu verzetteln. Ein Überblick nach Funktechnik.
WLAN: Shelly und Verwandte
Shelly baut kleine Relais und Dimmer, die hinter den bestehenden Schalter in die Unterputzdose passen. Der Schalter bleibt, funktioniert wie vorher, und zusätzlich lässt sich die Lampe per App, Zeitplan oder Sprache schalten. Das ist die günstigste Art, ein Haus nachzurüsten. Zwei Vorbehalte: Der Platz in der Dose muss reichen, und die Montage am 230-Volt-Netz gehört in die Hand des Elektrikers. Und wer dreissig Module ins WLAN hängt, sollte ein solides Netz haben.
Zigbee: Hue, IKEA, Aqara
Zigbee ist ein sparsames Funknetz, in dem sich fest angeschlossene Geräte gegenseitig verstärken. Philips Hue hat es bekannt gemacht: Lampen, Leuchten, Schalter und Sensoren, verbunden über eine Bridge. IKEA und Aqara bieten ähnliche Systeme günstiger an. Zigbee ist ausgereift und zuverlässig, aber die Hersteller-Bridges bilden Inseln. Wer mehrere Marken mischt, braucht eine gemeinsame Zentrale.
Thread und Matter: der neue Weg
Thread ist der Nachfolger im Geist von Zigbee, aber mit Internetadresse pro Gerät und ohne Hersteller-Bridge. Zusammen mit Matter entstehen Geräte, die in Apple Home, Google Home und Alexa gleichzeitig funktionieren. Eve, Aqara, Nanoleaf und immer mehr Hersteller liefern solche Produkte. Ein Thread-Verteiler steckt heute in vielen Lautsprechern und TV-Boxen. Für Neuanschaffungen ist das unsere erste Empfehlung.
868 MHz: Homematic IP und Storen
Homematic IP von eQ-3 funkt auf 868 MHz, hat eine grosse Reichweite und deckt Heizungsthermostate, Fenstersensoren und Rollladen gut ab. Für Storen sind zudem die Motorenhersteller selbst wichtig: Somfy mit io-homecontrol und RTS ist in der Schweiz weit verbreitet und lässt sich über eine Box in die meisten Systeme einbinden.
Die Zentrale: wer den Überblick behält
- Apple Home, Google Home oder Alexa: einfach, kostenlos, gut für Sprachsteuerung.
- Home Assistant: läuft lokal auf einem kleinen Rechner, verbindet praktisch alles, verlangt aber Einarbeitung.
- Hersteller-Apps: nur, wenn Sie bei einer Marke bleiben.
Woran Funk scheitert
Batterien, die niemand wechselt. Ein WLAN-Router aus der Ecke des Kellers. Zu viele Bridges, jede mit eigenem Konto. Und der Wunsch nach hundert Prozent Zuverlässigkeit bei einer Technik, die für neunzig gebaut ist. Wer das akzeptiert und mit einem Raum beginnt, bekommt für einen Bruchteil der Kosten eines Bussystems ein Zuhause, das spürbar mehr kann.
Unsere Rolle
Wir planen die Nachrüstung, wählen die Technik pro Funktion, kümmern uns um das Netzwerk und richten die Zentrale ein. Alles am Stromnetz montiert der Elektriker, mit dem wir zusammenarbeiten. Am Ende haben Sie eine App, nicht sieben.
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