Sound
Musik im ganzen Haus: Multiroom ohne Kabelsalat
Ein System, viele Räume, eine App. Was Sonos, Bluesound und fest verkabelte Lösungen unterscheidet.

Musik, die mit einem durch die Wohnung geht, ist das meistgenutzte Stück Haustechnik überhaupt – häufiger als jede Lichtszene. Drei Wege führen dorthin.
Funk: einfach und flexibel
Systeme wie Sonos oder Bluesound arbeiten über das WLAN. Man stellt einen Lautsprecher auf, verbindet ihn mit der App, fertig. Für Mietwohnungen und schrittweisen Aufbau ist das die richtige Wahl. Voraussetzung ist ein WLAN, das im ganzen Haus trägt – dort scheitern die meisten Installationen, nicht an den Lautsprechern.
Fest verkabelt: unsichtbar und dauerhaft
Bei Umbau oder Neubau ziehen wir Lautsprecherkabel in Decken und Wände. Die Lautsprecher verschwinden hinter der Verputzebene, verstärkt wird zentral im Technikschrank. Das ist die aufwendigere, aber langlebigere Lösung – kein Netzteil pro Raum, keine Firmware pro Lautsprecher, keine sichtbaren Geräte.
Gemischt: der Normalfall
In der Praxis kombinieren wir beides: fest verkabelt dort, wo ohnehin gebaut wird, Funk in Räumen, die später dazukommen. Wichtig ist, dass eine App alles steuert und die Musik ohne Verzögerung zwischen den Räumen umschaltet.
Was den Klang wirklich verbessert
- Die Position: Ein Lautsprecher in der Ecke klingt dröhnend, 30 Zentimeter von der Wand entfernt klar.
- Zwei statt einer: Stereo ist ein grösserer Sprung als das nächstteurere Modell.
- Ein Subwoofer im Wohnraum, richtig eingemessen.
- Raumkorrektur, die viele Systeme mitbringen und kaum jemand ausführt.
Was ein System kostet
Ein Funklautsprecher guter Qualität ist je Raum schnell beschafft und in Minuten eingerichtet. Eine fest verkabelte Lösung mit Deckenlautsprechern und zentralem Verstärker rechnet sich ab etwa vier Räumen – dafür verschwindet die Technik vollständig.
Klangqualität ehrlich eingeordnet
Ein einzelner Funklautsprecher füllt eine Küche oder ein Bad gut. Für Wohnzimmer, in denen Musik bewusst gehört wird, sind zwei Lautsprecher in Stereoaufstellung deutlich besser als ein grösserer einzelner. Wer Hi-Fi-Ansprüche hat, kommt an einem separaten Verstärker mit vernünftigen Lautsprechern nicht vorbei – Multiroom ist Komfort, nicht Höchstleistung.
Streamingdienste und Formate
Die gängigen Systeme spielen Spotify, Apple Music, Deezer, Tidal, Qobuz und Radio. Wer verlustfrei hören will, achtet auf Unterstützung für FLAC oder ALAC. Wichtig für den Alltag: Spielt das System auch ohne Internet, etwa von einer Festplatte im Haus? Bei einigen Anbietern lautet die Antwort nein.
Was wir vorher klären
In welchen Räumen soll Musik laufen, wer steuert sie, und wie kommt der Ton in die Küche, wenn das Handy im Wohnzimmer liegt? Aus den Antworten ergibt sich das System – nicht umgekehrt.
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