Vergleich
Google Ads oder Meta Ads: Was bringt einem KMU mehr?
Das eine Netzwerk bedient Suchintention, das andere Interessen. Wann sich welches lohnt, wie lokale Kampagnen funktionieren und welche Fehler Budget verbrennen.
«Sollen wir auf Google werben oder lieber auf Instagram?» Diese Frage kommt in fast jedem Erstgespräch. Die ehrliche Antwort lautet: Es hängt davon ab, ob Ihre Kundschaft Ihr Angebot bereits sucht – oder noch gar nicht weiss, dass es sie interessiert.
Suchintention gegen Interessen – der eigentliche Unterschied
Google Ads reagiert auf eine Absicht. Jemand tippt «Beschriftung Lieferwagen Solothurn» und hat in diesem Moment ein Problem. Sie zahlen dafür, zur richtigen Sekunde sichtbar zu sein. Der Nachteil: Die Nachfrage ist begrenzt, und bei engen Fachbegriffen sind es im Kanton vielleicht ein paar Dutzend Suchanfragen im Monat.
Meta Ads – Facebook und Instagram – unterbricht. Niemand sucht dort nach Ihnen; Sie erscheinen zwischen Ferienfotos. Dafür bestimmen Sie das Publikum: Region, Alter, Interessen, Verhalten, ähnliche Profile zu bestehender Kundschaft. Das eignet sich für Angebote, die man zeigen muss.
Die grobe Zuordnung nach Situation:
| Situation | Eher geeignet |
|---|---|
| Dringender Bedarf, klarer Suchbegriff | Google Suche |
| Erklärungsbedürftiges oder neues Angebot | Meta |
| Lokales Ladengeschäft, Wegbeschreibung | Google, Profil und Karten |
| Sichtbare Produkte, Vorher-Nachher | Meta, Instagram |
| Wiederansprache von Website-Besuchern | Beide, Meta meist günstiger |
Lokale Kampagnen richtig einstellen
Der häufigste Fehler bei lokalen Kampagnen ist die Standorteinstellung. Standardmässig wird auch ausgespielt, wer sich «für den Ort interessiert» – Ihre Anzeige erscheint dann bei Menschen, die von weit weg über Solothurn lesen. Stellen Sie auf «Anwesenheit» um. Zweitens lohnt sich ein Radius statt einer Kantonsgrenze: Von Solothurn aus deckt ein Umkreis über Grenchen, Biel und Bern das Einzugsgebiet besser ab. Drittens gehören Anzeigenerweiterungen mit Adresse, Telefonnummer und Öffnungszeiten dazu, sonst verschenken Sie Fläche in der Trefferliste.
Budgetlogik ohne Zahlen
Wie viel Budget nötig ist, hängt an drei Grössen: wie oft Ihr Begriff gesucht wird, wie stark der Wettbewerb um diesen Begriff ist und wie viel ein gewonnener Auftrag wert ist. Daraus lässt sich rückwärts rechnen, wie viele Klicks ein Abschluss braucht und ob sich das trägt. Die Faustregel: lieber wenige Begriffe mit ausreichendem Budget als zwanzig mit Streubudget. Zu dünn dotierte Kampagnen sammeln nie genug Daten, damit die Automatik lernt.
Ohne Conversion-Messung ist alles Vermutung
Klicks sind keine Kundschaft. Messen müssen Sie, was danach passiert: abgeschicktes Formular, Anruf, Terminbuchung, Bestellung. Erst wenn diese Ereignisse im Konto ankommen, optimiert die Gebotsautomatik auf Abschlüsse statt auf Klicks. Wichtig ist die Abstimmung mit dem Einwilligungsbanner: Wo Tracking abgelehnt wird, fehlen Daten, und die Kampagne sieht schlechter aus, als sie ist.
Die Fehler, die wir am häufigsten sehen
- Alle Suchbegriffe in einer Kampagne, ohne Trennung von Marke und Leistung
- Keine ausschliessenden Begriffe, also Anzeigen bei «Lehrstelle» oder «gratis»
- Anzeige führt auf die Startseite statt auf die passende Leistungsseite
- Kampagne nach zwei Wochen abgebrochen, bevor Daten vorliegen
- Handybedienung der Zielseite nie geprüft, obwohl der Grossteil mobil klickt
Zusammenspiel mit SEO
Werbung kauft Sichtbarkeit sofort, Suchmaschinenoptimierung baut sie langsam auf. Sinnvoll ist beides parallel: Die Kampagne zeigt in wenigen Wochen, welche Begriffe Anfragen bringen. Genau diese schreiben Sie anschliessend organisch aus. So finanziert die Werbung die Recherche für die Inhalte.
Fazit
Google für den akuten Bedarf, Meta für das Bedürfnis, das noch niemand formuliert hat – und Messung für beides. Wir setzen Kampagnen für Betriebe aus der Region auf und schauen sie nach den ersten Wochen gemeinsam durch.
Weitere Beiträge
News

Wenn niemand mehr googelt: Sichtbarkeit in KI-Antworten
ChatGPT, Perplexity und Google AI beantworten Fragen, statt Links zu zeigen. Wer genannt werden will, muss anders schreiben.

nDSG für Websites: Was KMU wirklich umsetzen müssen
Seit September 2023 gilt das revidierte Datenschutzgesetz. Was für Ihre Website Pflicht ist, was nur gut aussieht – und die Checkliste für den nächsten Termin.

Ladezeit ist Umsatz: Was Core Web Vitals wirklich bedeuten
Seit 2020 misst Google, wie schnell und ruhig eine Seite lädt. Die drei Werte lassen sich einfach erklären – und meistens günstig verbessern.