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Praxis

Druckdaten richtig anlegen: CMYK, Beschnitt, Auflösung

Die meisten Verzögerungen im Druck entstehen in der Datei, nicht an der Maschine. Sieben Punkte von Farbraum bis PDF/X, die Ihre Daten wirklich druckfertig machen.

Analog3 Min.Aktualisiert

Wenn eine Produktion stockt, liegt es selten an der Maschine. Es liegt an einer Datei in RGB, an fehlendem Beschnitt oder an einer Schrift, die niemand ausser dem Absender hat. Diese Punkte lassen sich in wenigen Minuten prüfen.

CMYK oder RGB: warum der Farbraum zuerst kommt

Bildschirme leuchten in Rot, Grün und Blau, Druckmaschinen mischen Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz. RGB kann Farben darstellen, die im Druck nicht existieren – leuchtendes Orange, sattes Violett, giftiges Grün.

Legen Sie das Dokument darum in CMYK an und verwenden Sie ein passendes ICC-Profil: für gestrichene Papiere PSO Coated v3, für ungestrichene PSO Uncoated v3 oder die Vorgabe des Anbieters. Bei Grossformat auf Folie und Blache arbeiten wir mit eigenen Profilen je Material, weil dasselbe Blau auf Papier und auf Mesh unterschiedlich aussieht.

Pantone und RAL: wenn die Firmenfarbe sitzen muss

Firmenfarben definieren Sie am besten als Sonderfarbe. Pantone ist die Referenz für Druck, RAL für Lacke und für Farbfolien in der Beschriftung. Wichtig ist die Übersetzung: Eine Pantone-Farbe lässt sich in CMYK nur annähern, und eine Schnittfolie gibt es nur in den verfügbaren Farbtönen des Herstellers. Wir legen bei Firmenauftritten fest, welcher Folienton, welcher RAL-Wert und welche CMYK-Kombination zusammengehören – danach stimmen Schild, Fahrzeug und Drucksache untereinander.

Beschnitt, Sicherheitsabstand, Überfüllung

  • Beschnitt: bei Drucksachen drei Millimeter rundum, bei Grossformat je nach Verarbeitung fünf bis zwanzig Millimeter.
  • Sicherheitsabstand: Text und wichtige Elemente mindestens fünf Millimeter vom Rand, bei Blachen mit Saum und Ösen deutlich mehr.
  • Bei gespannten Systemen, Keder-Rahmen und Roll-ups gehört zusätzlich eine Zugabe dazu, die später im Profil verschwindet.
  • Bei mehrteiligen Flächen planen wir die Stösse bewusst, statt sie dem Zufall zu überlassen.

Auflösung nach Betrachtungsabstand

Die Frage nach den dpi hat keine einzige Antwort – sie hängt davon ab, aus welcher Distanz gelesen wird. Als Orientierung in Endgrösse: Flyer, Broschüre, Visitenkarte 300 dpi; Plakat im Format F4, an dem man vorbeigeht, 150 dpi; Messewand und Roll-up 100 bis 150 dpi; Grossplakat und Fassadenblache aus zehn bis dreissig Metern 25 bis 50 dpi. Ein Bild mit 300 dpi auf zwanzig Quadratmetern bringt kein besseres Ergebnis, sondern nur eine Datei, die niemand mehr verarbeiten kann.

Schriften, Transparenzen und PDF/X

Wandeln Sie Schriften in Pfade um oder betten Sie sie vollständig ein. Nicht eingebettete Schriften werden beim Öffnen ersetzt, und das fällt oft erst auf dem gedruckten Bogen auf. Transparenzen und Effekte reduzieren Sie vor der Abgabe; unsichtbare Ebenen und Hilfslinien gehören gelöscht. Bei Schnittkonturen für Folien und Konturschnitt legen Sie einen eigenen Volltonfarbkanal an und benennen ihn eindeutig, etwa CutContour.

Geben Sie die Datei als PDF/X-4 ab. Dieser Standard verlangt eingebettete Schriften, definiert den Ausgabe-Farbraum, behält Transparenzen sauber und schliesst aus, was im Druck Probleme macht. Vermeiden Sie Dateien aus Textprogrammen und Präsentationssoftware als Druckvorlage – sie bringen RGB-Bilder, fehlenden Beschnitt und ersetzte Schriften mit.

Die häufigsten Fehler in der Praxis

Bilder aus dem Web mit 72 dpi, die in Endgrösse nicht reichen. Schwarz als reines K100 auf grossen Flächen, wo ein Tiefschwarz mit zusätzlichem Cyan besser wirkt. Haarlinien unter 0,25 Punkt, die im Digitaldruck verschwinden.

Fazit

Eine geprüfte Datei spart Zeit auf beiden Seiten. Senden Sie uns Ihre Daten früh – wir prüfen Farbraum, Auflösung, Beschnitt und Schriften und melden uns mit konkreten Hinweisen, bevor die Produktion startet.

DruckdatenCMYKPantoneRALPDF/XAuflösungBeschnittDruckvorstufe

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