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KI-Plattformen

KI im Betrieb: Wo sie heute Zeit spart – und wo nicht

Nach zwei Jahren Praxis lässt sich benennen, welche KI-Anwendungen im KMU wirklich tragen und welche nach drei Wochen einschlafen.

Online2 Min.Aktualisiert
KI im Betrieb: Wo sie heute Zeit spart – und wo nicht

Seit ChatGPT ist kein Thema so schnell in die Betriebe gekommen wie künstliche Intelligenz. Nach zwei Jahren Praxis lässt sich nüchtern sagen, was funktioniert.

Was zuverlässig Zeit spart

  • Erstentwürfe für wiederkehrende Texte: Offerten, Produktbeschreibungen, Stellenausschreibungen.
  • Übersetzungen, die ein Mensch danach prüft.
  • Zusammenfassungen langer Dokumente und Protokolle.
  • Antworten auf Standardfragen, wenn sie aus geprüften eigenen Inhalten stammen.

Was noch nicht trägt

Alles, was ohne Kontrolle nach aussen geht. Ein Assistent, der Preise nennt, ohne die aktuelle Preisliste zu kennen, richtet Schaden an. Ebenso Anwendungen, die Personendaten in öffentliche Dienste geben – das ist nicht nur heikel, sondern nach Schweizer Datenschutzgesetz auch heikel zu begründen.

Der Unterschied zwischen Spielerei und Werkzeug

Erfolgreiche Projekte haben drei Merkmale: einen einzigen klar umrissenen Anwendungsfall, eigene geprüfte Inhalte als Grundlage und eine Person, die verantwortlich ist. Projekte ohne diese drei Punkte schlafen nach drei Wochen ein.

Wie wir vorgehen

Wir beginnen mit der Frage, welche Aufgabe im Betrieb am meisten Zeit kostet. Daraus entsteht ein Prototyp in wenigen Wochen, der mit echten Daten im Alltag getestet wird. Trägt er, bauen wir ihn zur Plattform aus – mit Benutzerverwaltung, Protokollen und Betrieb in der Schweiz oder EU. Trägt er nicht, hat er wenig gekostet.

Vier Anwendungen, die sich in KMU bewährt haben

Erstens der Assistent auf der Website, der aus den eigenen Inhalten antwortet und Anfragen vorqualifiziert, bevor sie im Postfach landen. Zweitens die Aufbereitung von Produktdaten: aus technischen Angaben werden verkaufsfähige Beschreibungen in gleicher Struktur. Drittens Übersetzungen in die Landessprachen, die ein Mensch prüft. Viertens die Auswertung von Freitext – etwa Rückmeldungen aus Formularen, die automatisch sortiert werden.

Was es kostet

Ein klar umrissener Prototyp ist im Aufwand überschaubar. Der laufende Betrieb hängt an der Nutzung: Ein Assistent mit einigen hundert Anfragen im Monat kostet an Modellgebühren weniger als ein Mittagessen pro Tag. Teuer wird nicht die Technik, sondern unklare Anforderungen.

Datenschutz konkret

Das revidierte Schweizer Datenschutzgesetz verlangt Transparenz und Zweckbindung. Für KI heisst das: Nutzende informieren, dass sie mit einem Assistenten sprechen. Keine besonders schützenswerten Daten in öffentliche Modelle geben. Verarbeitung in der Schweiz oder EU wählen, wo es um Personendaten geht. Protokolle führen und Löschfristen festlegen.

Woran man einen ernsthaften Anbieter erkennt

Er fragt zuerst nach dem Prozess, nicht nach dem Modell. Er nennt Grenzen. Er zeigt, woher die Antworten stammen. Und er baut so, dass man das System auch wieder verlassen kann.

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